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La Laguna will sein Kulturerbe touristisch besser nutzen

Kirchenführungen und Strategien

Besichtigung mit Schauspielszenen in La Laguna
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Besichtigung mit Schauspielszenen in La Laguna
16.06.2009 - Teneriffa - Teneriffas Universitätsstadt La Laguna bietet seit Juni diesen Jahres Touren mit Fremdenführer durch die Kirchen und Klöster im historischen Stadtzentrum an. San Cristobal de La Laguna, so der komplette Name der Stadt zählt, wie zwölf weitere spanische Städte auch, zum Weltkulturerbe der UNSECO. Dieser Titel, der sich in der Fremdenverkehrswerbung gut macht, bringt allerdings auch Verpflichtungen mit sich. Daher gibt es ein Gremium der historischen Städte, in dem Strategien zum Schutz und zur Nutzung der Kulturschätze entwickelt werden.

Besichtigung mit Schauspielszenen in La Laguna
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Besichtigung mit Schauspielszenen in La Laguna
Ein Abkommen zwischen der Stadtverwaltung und der gleichfalls in La Laguna ansssigen Verwaltung der Dioziöse für die Provinz Teneriffa ist die Grundlage der geführten Touren durch die Kirchen und Klöster der Stadt, die einst städtebauliches Vorbild von heutige Metropolen wie Havanna und Buenos Aires war.
 
Im Rahmen der Besichtigungen können die Besucher auch die Innenräume der Gotteshäuser bewundern. Sie sind ausserhalb der Gottesdienst- und Beichtzeiten in der Regel nicht zugänglich.
 
Stationen bei den Besichtigungen sind die Kirchen der Klöster Santo Domingo de Guzmán (in dem heute das Kulturamt untergebracht ist), Santa Catalina de Siena, San Juan Bautista (des Klarissen-Ordens) und die Klosterkirche an der Plaza de San Francisco, in der sich die älteste Christus-Reliquie Teneriffas befindet.
 
Ausserdem stehen die älteste Kirche der Insel, Iglesia de Nuestra Señora de la Concepción - inklusive Panoramablick vom Kirchturm - , die Iglesia del Antiguo Hospital de Dolores (seit kurzem ist hier die Stadtbücherei), der Bischofssitz Casa Salazar und das kirchliche Museum Casas Capitulares auf dem Programm. Ausgangspunkt ist die Casa de Capitanes neben den dem Rathaus. 
 
Um vorherige Anmeldung beim dort ansässigen Tourismusbüro zwischen 9 und 17 Uhr wird gebeten: Tel.: 922 631 194 und 922 825 046. 
 
Zukunftsplanungen: Blick nach vorn zurück
 
In Zukunft will sich La Laguna noch stärker den auswärtigen Gasten öffnen. Daher gibt es derzeit Überlegungen, auch die malerischen Innenhöfe der Häuser der Altstadt zugänglich zumachen. Da diese in Privatbesitz sind, müssen zuvor Gespräche mit den Eigentümern geführt werden. 

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Besichtigung mit Schauspielszenen in La Laguna
Viele Initiativen La Lagunas werden mit den Verwaltungen der anderen spanischen Städten, die zum Weltkulturerbe zählen, abgestimmt. Im Rahmen der Organisation der “Ciudades Patrimonio de la Humanidad de España” entwickeln die Stadtverwaltungen bei ihren in regelmässigen Abständen stattfindenden Tagungen gemeinsame Strategien zur Nutzung und zum Erhalt ihrer Kulturschätze. 
 
So soll demnächst von jedem Mitglied eine Analyse über die Beeinträchtigungen der historischen Bauten und Ausgrabungsstätten durch die Auswirkungen des Autoverkehrs, die Vorteile von Fussgängerzonen und sowie den Befall der Stätten durch Parasiten und die Auswirkungen von Witterungseinflüssen in Auftrag gegeben werden.
 
Ausserdem wird eine Kommision “Archäologie und Kommunikation” eingerichtet. Gremien dieser Art zu den Bereichen Kultur, Fremdenverkehr, Erziehung, Umwelt, Sicherheit, Stadtplanung und Notfallmassnahmen gibt es bereits. 

Die Gruppe “Ciudades Patrimonio de la Humanidad de España” existiert seit dem 17. September 1993. Damals waren noch nicht alle heutigen Mitgliedsstädte Teil des Weltkulturerbes. Es handelt sich dabei um:
 
Alcalá de Henares: Alte Universitätsstadt mit repräsentativen Vorzeigebauten aus Barock und Klassik.
 
Ávila: Altstadt samt Stadtmauer reichen bis ins neunte Jahrhundert zurück; zudem gibt es Ruinen aus der Zeit der römischen Besatzung der iberischen Halbinsel
 
Cáceres: Rund um die Stadt in Extremadura gibt es ein prähistorisches Höhlensystem. In der Altstadt reihen sich Bauten aus verschiedenen Epochen.
 
Córdoba: Hauptstadt des Emirates von Al-Andalus zu Zeiten der Islamherrschaft auf der iberischen Halbinsel.
 
Cuenca: Von Mauren und Christen im Mittelalter ebenso umkämpfter wie architektonisch geprägter Zankapfel.
 
Ibiza: Beherbergt eine gut erhaltene Festung aus Zeiten der Renaissance und Ruinen aus der Epoche, als die Insel als Handelshafen der Karthager diente.
 
Mérida: Alte römische Stadtanlage  und historisches Araberviertel.
 
Salamanca: Sitz der ältesten Universität Spaniens.
 
San Cristóbal de La Laguna: Hauptstadt der Kanarischen Inseln bis ins 19. Jahrhundert, bauliches Vorbild für viele Städte in Lateinamerika.
 
Santiago de Compostela: Christliches Pilgerziel, wo angeblich der Apostel Jacob (= Santiago) seine letzte Ruhe fand. Altstadt mit beeindruckenden Bauten aus Romanik, Gotik und Barock.
 
Segovia besticht durch ein gut erhaltenes Aquadukt, ein aus Steinen mit vielen Bögen erbautes Wasserleitungssystem aus Zeiten der Römerherrschaft. Es ist mehr als 800 Meter lang und bis zu 30 Metern hoch. Zudem gibt es Burgen aus dem Mittelalter.
 
Tarragona: Gut erhaltene Ruinen eines Amphietheaters aus der Zeit der Römer
 
Toledo: Im Mittelalter Hauptstadt des Westgotenreiches. Von der Wiedereroberung der iberischen Halbinsel durch die Christen bis zur Verlagerung des Hofes nach Madrid im 16. Jahrhundert Hauptstadt des Königreichs Spanien.
 
Neben diesen Städten gibt es viele weitere Stätten in Spanien, die Bestandteil der Weltkulturerbes sind, etwa der maurische Palast Alhambra in Granada.
 
Spanien ist das Land mit den meisten Orten, die von der UNESCO als Bestandteil des Weltkulturerbes geadelt wurden.