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Seit zehn Jahren Kulturerbe der UNSECO

La Laguna: Gelebte Geschichte

La Laguna: Historischer Markt vor der Kirche La Concepción
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La Laguna: Historischer Markt vor der Kirche La Concepción
10.12.2009 - Teneriffa - Mittelaltermärkte in der Fussgängerzone, Schauspielerinnen in barocken Gewändern als Stadtführerinnen und neue Informationstafeln in Spanisch, Deutsch und Englisch vor den historischen Gebäuden des Altstadtkerns: Teneriffas Universitätsstadt La Laguna feiert Geburtstag: Seit zehn Jahren ist die ehemalige Provinzhauptstadt der Kanarischen Inseln Bestandteil des Weltkulturerbes der UNESCO.

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"Corpus Cristi"-Teppiche in der Altstadt zu Fronleichnam
Einst wurden von der heute drittgrössten Stadt des Archipels die Geschicke der ganzen Inselgruppe gelenkt wurde.
 
Das ist lange her. Nur die Namen des “Casa de Capitanes” und des “Casa de Coregidor” erinnern noch an goldene Epoche La Lagunas. 
 
Die dazugehörigen Gebäude sind heute Bestandteile des Rathauskomplexes. 
 
Der Haupteingang am Plaza de Adelantado mit der aus quadratischen Säulen zusammengesetzten neoklassischen Fassade wurde erst im 19. Jahrhundert an den historoschen Gebäudekomplex angefügt. 
 
Im Rahmen des Kulturerbes der UNESCO sticht La Laguna weniger durch seine historische Bedeutung hervor; die Kanaren sind da eher eine Fussnote in Rahmen der Entdeckung Amerikas. 
 
Vorb¡ldfunktion im Städtebau

La Laguna: Neue Informationstafeln, nachts mit Innenbeleuchtung
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La Laguna: Neue Informationstafeln, nachts mit Innenbeleuchtung

Das entscheidende Kriterium für die Aufnahme in den UNSECO-Katalog war die Vorbildfunktion der Stadt: Die Strassenführung diente als Modell bei der Anlage heutiger lateinamerikanischer Metropolen wie bei Havanna und Buenos Aires.
 
Der Standort auf einer Höhe von sechshundert Metern ist Grund für die frühe Blüte wie die spätere relative Bedeutungslosigkeit der immer noch als geistiges Zentrum der Kanaren geltenden Stadt. 

Platz vor der Kathedrale
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Platz vor der Kathedrale
Bildete die Lage der Universitätstadt ursprünglich einen guten Schutz gegen unerwünschte Eindringlingen, etwa Piraten.
 
So erwies sich die grosse Entfernung zur Küste im beginnenden Industriezeitalter und der damit verbundenen immer stärkeren Ausbreitung der Handelschifffahrt als eher hinderlich. 
 
Darum wurde die Hauptstadt in den tiefer gelegenen bisherigen Militärhafen Santa Cruz verlegt.

Einst: Blick auf das Rathaus
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Einst: Blick auf das Rathaus
Die Altstadt: Symbol vergangener Grösse
 
Als Ausgleich wurde in La Laguna später das neugründete Bistum “Nivaria” für die westlichen Kanaren angesiedelt, um den Bedeutungsverlust der  Ex–Kapìtale ein wenig zu kaschieren. 
 
Mit der Aufnahme La Lagunas in den UNESCO-Katalog setzte in La Lagunas Altstadt eine umfangreiche Bautätigkeit ein. 
 
So wurden zahlreiche Fussgängerzonen eingerichtet, Auch die Altstadt wurde zu weiten Teilen renoviert. 

Platz vor der Kathedrale
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Platz vor der Kathedrale
Eine Art Gebäude-TÜV wurde vom Stadtrat verabschiedet, um Hausbesitzer zu zwingen Gebäude, die sie aus Spekulationsgründen verfallen verliessen, instandzusetzen.
 
Ansatzweise diskutierte Zwangsenteignungen wurden nicht weiterverfolgt, wohl auch mit Hinblick auf die stete Ebbe in den öffentlichen Kassen.
 
Über achtzig Prozent der rund 600 historischen Gebäude sollen inzwischen in Schuss gebracht worden sein. 
 
Hausputz zum Jubiläum
 
Im Rahmen des zehnjährigen Jubiläums wurde ein 50 Tonnen schweres Denkmal am zum Stadtgebiet La Lagunas gehörenden Nordflughafen Los Rodeos eingeweiht. 

Nach dem Kirchgang
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Nach dem Kirchgang
Das historische Museum in der Casa Lercaro ist in den vergangenen Jahren modernisiert und erweitert worden.
 
Das Teatro Leal - im Jahre 1915 als Zeichen der Eigenständigkeit und Konkurrenz zum Teatro Guimerá in Santa Cruz eingweiht – nahm im vergangenen Jahr nach zwanzigjährigem Leerstand und vollständiger Renovierung den Spielbetrieb wieder auf.
 
Der traditionsreiche Veranstaltungssaal “Paraninfo” auf dem Uni-Gelände wurde nach umfangreichen Restaurierungsarbeiten mit einem abwechslungsreichen Programm wiedereröffnet.  

Innenhof des restauriertem Bischofssitzes
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Innenhof des restauriertem Bischofssitzes
Auch der vor drei Jahre ausgebrannte Bischofssitz war passend zu Jubiliäeum wiederaufgebaut worden. Im Gegensatz zur Kathedrale “Nuestra Señora de Los Remedios”, einem Neoklassikbau, der vor knapp hundert Jahren auf dem Gelände einer gleichnamigen Vorgängerkirche errichtet worden war.
 
Im Rahmen der Restaurierung wird dort gerade der Dachstuhl ausgetauscht, nachdem die Zentralregierung in Madrid die vor einigen Monaten die Finanzierung bewilligt hat. 

Romantik pur: Die Plaza de Cristo einst ohne Betonplatten- und säulen
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Romantik pur: Die Plaza de Cristo einst ohne Betonplatten- und säulen
Ein grosser Erfolg war auch die “Noche Blanca”, die feierliche Intriebnahme der Weihnachtsbeleuchtung. 
 
Mehr als dreissigtausend Mensche zog es in die überfüllten Einkaufszonen der Altstadt.
 
Dabei gingen zahlreiche Stassenkunstattraktionen im Pulk der Menschenmassen unter.
 
Die wohl bisher grösste Menschenansammlung in der Stadtgeschichte überraschte sogar ihre Organisatoren. 
 
Die (eher) unbekannte Seite der Insel
 
Es war aber auch ein Zeichen der Identifikation der Einwohner mit ihrer vor mehr als 500 Jahren gegründeten Stadt, die heute nur einer von vielen Bestandteilen der “zona metropolitana” der ineinander übergehenden Grossstädte La Laguna und Santa Cruz ist. 

Einst: Der Platz vor der Kirche La Concepción
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Einst: Der Platz vor der Kirche La Concepción
Für den auswärtigen Besucher ist die Universitätsstadt in der grünen Weinregion Tacoronte-Acentejo ein sichtbares Zeichen für die Vielfalt, die Teneriffa zu bieten hat.
 
Von ewigem Sonnenschein, Strand und stets sommerlichen Temperaturen ist hier nicht viel zu spüren.
 
In den Winternächten sackt die Quecksilbersäule schon mal in Richtung des Gefrierpunktes ab.
 
Menschen in dicken Jacken und Mänteln sind dann im Stadtbild ganz nornal.