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Erinnerung an Teneriffas letzten Vulkanausbruch im Jahr 1909

Lava löscht Leben

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28.12.2009 - Teneriffa - Es ist totenstill. Eine fette weisse Wolke zieht an dem pechschwarzen Kegel aus schwarzen Lavakieseln und vulkanischem Lapili-Sand vorbei. Aufgetürmte Überreste von Magmamassen, die hier einst jedes Leben unter sich begruben. Hinter und zwischen den vulkanischen Geröllbrocken, die das weite Rund der nachtfarbenen Wüste einrahmen, ragen Pinien wie grüne Zahnstocher in die Höhe. Grüne Punkte, die in der Ferne nach und nach in einen Wald übergehen. Es ist eine Landschaft, die im selben Moment Beunruhigendes und Besinnliches ausstrahlt und von einem 5,7 Kilometer langen Wanderrundweg durchzogen wird.

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Das befremdliche Terrain ist die stumme Erinnerung an den letzten Vulkanausbruch auf Teneriffa, der vor etwas mehr als hundert Jahren, am 18. November 1909, begann und sich über zehn Tage hinzog.
 
Es war zugleich der erste fotografisch dokumentierte Vulkanausbruch auf den Kanarischen Inseln. Auf einem sehr bekannten Bild sind Bauern zu sehen, die verängstigt staunend zur in weiter Ferne emporsteigenden dunklen Lava-Wolke blicken.
 
Die ortsansässige Bevölkerung wurde von der Eruption überrascht und hatte grosses Glück, dass die zähflüssige Lava-Walze einige Kilometer vor dem Ort Santiago del Teide zum stehen kam. 

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Das Überaschungsmoment dürfte auch mit dem Ort des Ausbruchs zusammenhängen. 
 
Der Krater Chinyero liegt auf einer Höhe von 1.560 Metern, also mehr als 2.000 Meter unterhalb des charismatischen Teide-Kegels und nur einen Katzensprung von der heutigen Landstrasse entfernt, die aus südlicher Richtung zur der Teide-Seilbahn führt. 

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Auch wenn das Wort “Vulkan” auf Teneriffa immer im Zusammenhang mit dem “Teide” verwendet wird, ist es so, dass die Eruptionen der vergangenen Jahrhunderte nie direkt aus dem eigentlichen Teide-Krater emporschossen.
 
Die Lava-Massen bahnten sich stattdessen ihren Weg  durch verschiedene Stellen des “Las Cañadas”  genannten zentralen Bergkessels, der das Teno-Gebirge im Westen der Insel krönt.
 
So wurde der damals blühende Hafen von Garachico an der Nordküste im Jahr 1706 vom nahe gelegenen Berg “Arenas Negras” verschüttet.

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Zwei Jahre zuvor war die “Lavazunge” aus den “Siete Fuentes” im Gebiet der heutigen Gemeinde Fasnia in Richtung Meer geflossen und hatte dabei die Malpaís-Landschaft in der Nähe des heutigen Sporthafens von Güimar geformt.
 
Die Lava-Brocken an der Strasse zwischen Guiá de Isora an der Südwestküste und dem hochgelegenen Santiago del Teide wurden während einer sich über mehrere Monate hinziehenden Eruptionsserie im Sommer 1798 aus dem zweithöchsten Gipfel der Insel, dem knapp 3.200 Meter hohen Pico Viejo, geschleudert. 

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Angesichts der der erdgeschichtlichen Vergangenheit Teneriffas verwundert es nicht, dass es nicht nur Touristen sondern auch Geologen auf die Insel zieht. 
 
Bei den Kongressen zum Thema “Vulkanismus” sind die Früherkennung seismologischer Bewegungen durch geeignete Systeme sowie die Schulung von Zivilschutzkräften Standardthemen. 
 
Die Vulkanexperten von Teneriffas Forschungsinstitut ITER sind ihrerseits in anderen Vulkanregionen der Erde aktiv.

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Unter anderem in Nicaragua, Chile und auf den anderen mittelatlantischen Inselgruppen vulkanischen Ursprungs.
 
Dazu zählen Madeira, die Azoren und die Kapverdischen Inseln.