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Alte Herrensitze als "Bien del Interés Cultural" vorgeschlagen

Baudenkmäler als Kulturgut

Das Gutshaus
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Das Gutshaus "Quinta Rojas" in Garachico
10.05.2010 - Teneriffa - Zwei representative Bauten aus dem 17. und 18. Jahrhundert sollen in die Liste des historischen Kulturgut der Kanarischen Inseln aufgenommen werden. Die Gebäude befinden sich im ländlichen Garachico und in der Universitätsstadt La Laguna. Mit der Ehrung sind Gelder zum Erhalt der Kulturschätze verbunden.

Zeichnung der Finca Borges Estébanez
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Zeichnung der Finca Borges Estébanez
Die 12.000 Quadratmeter umfassende Finca Estévanez mit ihren Haupt- und Nebengebäuden befindet sich in La Lagunas  Viertel Santa María de Gracia und Laguna besticht nicht nur durch ihre architektonischen Qualitäten.
 
Der Schatten des im Jahre 1733 errichteten Gebäudes fiel einst auf jenen legendären Mandelbaum, der in der Kanarischen Hymne verewigt wurde.
 
Das Gebäude, einst ein Landhaus mit vielen Nebenbauten, diente einer prominenten kanarischen Familie als Herberge: Der Sippe Murphy y Meade.
 
Viele Mitglieder des ursprünglich aus Irland stammenden Klans bestimmten in der Vergangenheit  das poliltische und kulturelle Leben  des Archipels.
 
Nicolás Estévanez Murphy, ein Berufssoldat, brachte es bis zum Kriegsminister. In seinen Musse-Stunden griff er zur Feder und widmete sich der Lyrik.

Die Besitzerfanilie der  Finca Borges Estébanez
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Die Besitzerfanilie der Finca Borges Estébanez
Von ihm stammt auch das Poem “Canarias”, in dem der bereits erwähnte Mandelbaum auftaucht.
 
Nach José Murphy ist heute die Strasse in Santa Cruz benannt, in der sich das Kunstmuseum befindet.
 
Der Journalist und Literat Patrico wurde 1913 der erste gewählte Präsident der Inselregierung Teneriffas.
 
Sein Schwiegersohn Francisco Borges Salas war ein bekannter Maler und Bildhauer, dessen Skulpturen auch heute noch im Parque García Sanabria im Zentrum der Inselhauptstadt Santa Cruz bewundert werden können.
 
Im Laufe der Zeit waren berühmte Vertreter des kanarischen und spanischen kulturellen Lebens auf der Finca Borges Estévanez zu Gast, etwa, der französische Naturforscher Berthelot, Landschaftsmaler Valentín Sanz, Dramatiker Agustín Guimerá oder Komponist  Teobaldo Power.
 
Bäuerliche Tradition
 
Die im Besitz der Inselregierung befindliche Hacienda de la Quinta Roja in Garachico soll nicht nur zum Kulturgut erklärt, sondern auch für Besichtigungen freigegeben werden.

Blick vom Berg auf die Finca Quinta Rojas
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Blick vom Berg auf die Finca Quinta Rojas
Zum gut erhaltenen Landhauses gehören zahlenreiche Nebengebäude.
 
Die umliegenden Ländereien werden noch immer landwirtschaftlich genutzt. Das am heutigen Ortsdrand gelegene, mit zweistöckigen Bauten in “U”-Form konzipierte Anwesen  taucht erstmals im Jahre 1620 in Dokumenten auf.
 
Es diente den Marqueses de la Quinta Roja lange Zeit als Residenz.
 
Das Herrschaftshaus in seiner heutigen Form wurde im Jahre 1735 fertiggestellt und ist eines der besten Beispiele für die traditionelle Architektur Teneriffas um ländlichen Raum.
 
Der Inschrift über dem Eingang ist zu entnehmen, dass das Anwesen einst an den “antiguo camino real”, den alten königlichen Weg”, grenzte.
 
Im Hof der Finca befindet sich eine kleine Kapelle.
 
Die Zuckerrohrpresse im sogannten “Rum-Zimmer”, der alte Weinkeller und einige Getreidespeicher sind stumme Zeugen der im Laufe der Zeit wechselnden landwirtschaftlichen Aktivitäten auf dem Gelände.