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Golf-Mekka Teneriffa

Anfänger und Profis

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13.05.2006 - Teneriffa - Das Spiel mit dem kleinen weißen Ball aif dem grünen Rasen hat auf den Kanaren einen hohen Stellenwert. Der Bau von Golfplätzen boomt. Für Außenstehende ist der Golfspieler eine eher skurrile Erscheinung, wie er mit gekrümmtem Rücken die weisse Kugel fixiert und dann zum Schlag ausholt.

Staunen nach dem Abschlag: Na, wo ist denn der Ball?
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Staunen nach dem Abschlag: Na, wo ist denn der Ball?
Erst wenn man selbst versucht, einen Golfball vom Fleck zu befördern, kommt man zu der Erkenntnis, dass diese  Haltung durchaus Sinn macht. Gilt es doch, den kleinen Ball möglichst in einer geraden Linie  über eine möglichst lange Strecke zu befördern, um den Parcours mit möglichst wenigen Schlägen zu bewältigen. Das gelingt aber nur, wenn die kleine Schlagfläche am gekrümmten Ende des  Golfschlägers den Ball im rechten Winkel trifft. Ist das nicht der Fall wird der Schlag verzogen: Der Golfball fliegt nicht geradaus, sondern driftet seitlich ab.
 
Beim Golfspielen darf man sich nicht verkrampfen, sondern muss völlig relaxt sein. Das sagt Pedro. Er muss es wissen, schließlich ist er Golflehrer auf dem Abama-Green in der Gemeinde Guía de Isora im Südwesten Teneriffas. Auch auf den Griff der Hände am Schläger kommt es an. Die obere Hand greift über den Daumen der unteren, um so das Zusammenwirken beider Hände zu verstärken. Die Fingerknöchel müssen in einem bestimmten Winkel stehen.
 
Um das zu überprüfen hält Pedro den Golfschläger mit ausgestreckten Armen vor die Brust wie Uma Thurman das Schwert in ihrer Rolle als „Braut“ in dem Taratino-Film „Kill Bill“. Dann wippt er leicht in den Knien, setzt die Füße auseinander und holt zum Schlag dem „Swing“, aus. Was bei dem Golflehrer spielerisch leicht aussieht, ist das Ergebnis langen Trainings.
 
Golf erfordert viel Übung
 
Es ist gar nicht so einfach, den kleinen, auf einem weissen Holznagel aufliegenden Ball zu treffen. Der erste Holznagel geht dann auch beim dritten Schlag zu Bruch. Weitere Schläge gehen über den Ball oder der Schläger drischt Löcher in den Boden. Am Ende ist der grüne Rasen an der Abschlagsstelle voll brauner Flecken. Kein Wunder, dass es Extra-Plätze für Anfänger zum Üben der Schlagtechnik gibt. Es sind die Pedants zu den Idiotenhügeln beim Skilaufen.

Der Hügel zum Üben
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Der Hügel zum Üben
Hin und wieder gelingt mal ein gerader Schlag über 50 Meter, meistens aber hoppelt der Ball vor sich hin oder rollt in die falsche Richtung. Es ist zum Verzweifeln. Bei den beiden Afrikanern nebenan klappt es erheblich besser, obwohl sie auch Neulinge auf dem Green sind. Aber vielleicht muss das so sein in einer Zeit, in der nach Erkenntnis des US-Basketballers Charles Barkley mit Eminem der beste Rapper der Welt ein Weisser und mit Tiger Woods der beste Golfer ein Schwarzer ist.
 
Der Golfplatz in Guía de Isora  ist Kernstück einer Freizeitanlage zu der auch ein 5 Sterne Hotel, eine Golf-Akademie, ein Konferenzzentrum, ein Strandklub und ein Wellness-Bad gehören. In der Anlage gibt es 152 Villen, die höchsten Ansprüchen gerecht werden. Die Gastronomie ist erlesen. Der Koch wurde vom Guide de Michellin mit drei Sternen ausgezeichnet.
 
Das Menue-Angebot: Erlesen aber teuer
 
Auf der Speisekarte sind Köstlichkeiten wie „Hummersalat“, „Barsch in Algencreme“ oder „Taubenhappen mit Kartoffeln“ verzeichnet. Im Resort kann man sich auf eine kulinarische Reise durch die internationale Küche begeben. Das Prunkstück unter den zahlreichen Themen-Restaurants ist das „El Mirador“, das durch eine Schwebebahn mit dem hoteleigenen Strand verbunden ist.

Nicht nur das Angebot des Restaurants, auch ein Blick auf die Preisetiketten im angegliederten Geschäft für Golfbekleidung verdeutlicht schnell, warum ein Golftourist im Schnitt 28 Prozent mehr ausgibt als der durchschnittliche Teneriffa-Besucher. Die Golf-Akademie verfügt über einen Platz mit drei Löchern und  verschiedenen Zonen zum Üben der Puttings, Chippings und Bunker.

Der Platz  ist eine von insgesamt 18 Anlagen auf den kanarischen Inseln und wurde im April diesen Jahres eröffnet. Er erstreckt sich über eine Fläche von 670.000 Quadratmetern und zieht sich in langen Wellen einen Berghang hinab. Das Green wird von einer künstlich angelegten Seenplatte durchzogen, die von einer abwechslungsreichen Pflanzenwelt gesäumt wird, in der 50.000 Bäume und Palmen Schatten spenden. Der  Ausblick auf das weite Blau des Atlantiks und die vorbeirauschenden Yachten ist faszinierend. Der Parcours ist 6.237 Meter lang, das höchste zu spielende Loch liegt 315 Meter, das niedrigste 75 Meter über dem Meeresspiegel.

Die 18 Löcher wurden auf so wohlklingende Namen wie “El Teide“, „On The Rocks“, „Los Lagos“, Las Cañadas“ oder „El Palmeral“ getauft. Das Gelände ist mit einem Par von 72 ausgewiesen, wobei Golfspieler unter „Par“ die durchschnittliche Zahl der Schläge verstehen, die zur Bewältigung eines Parcours notwendig sind.

Doch nicht nur Anfänger und Liebhaber, auch gestandene Golf-Profis aus allen Teilen der Welt zieht es an die Küste von Guía de Isora, denn hier  findet im Oktober das Turnier „ABAMA Open de Canarias“ statt. Die erzielten Resultate zählen für die Punktewertung der internationalen Rankings „Circuito Europeo“ der PGA und „Circuito Challenge“. Seit 1989 fanden bisher 15 internationale Turniere für Golf-Profis  auf den Kanarischen Inseln statt, zehn davon auf Teneriffa. Austragungsorte waren das im vergangenen Jahr eröffnete Areal in Buenavista, der Golfplatz im benachbarten Adeje und das Green Tenerife Sur bei Los Abrigos.