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Eine deutsche Schauspielerin auf Teneriffa

„Es lebt sich leichter . . .“

Antonia Jaster in ihrer Rolle als Alexander von Humboldt
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Antonia Jaster in ihrer Rolle als Alexander von Humboldt
13.05.2006 - Teneriffa - Die Lebensfreude und die postive Einstellung der Ein-heimischen schätzt die deutsche Schauspielerin Antonia Jaster ganz besonders an Teneriffa: „Hier geht es gemütlicher zu als in Deutschland. Hier herrscht nicht diese Verbissenheit.“ Es nicht so, dass sie etwas gegen Leistungsdenken hätte, denn „ich bin sehr ehrgeizig.“ Druck von anderen braucht sie nicht. Selbstdisziplin hat sie von klein auf gelernt. Sie begann mit sechs Jahren als Ballettschülerin am Münchner Nationaltheater.

Antonia Jaster schätzt die Lebensqualität unter südlicher Sonne
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Antonia Jaster schätzt die Lebensqualität unter südlicher Sonne
Später gab sie die Tanzkarriere für die Schauspielerei auf. Das hatte ganz pragmatische Gründe, denn „Ballett  ist wie Hochleistungssport, da muss man mit 17 top sein. Außerdem hätte ich die Schule für den Tanz aufgeben müssen.“ Das wollte sie nicht, darum mach­te sie erst ihr Abitur und ging dann auf die Schauspielschule.
 
Anschliessend übernahm sie Rollen in vielen Klassi­kern, wie „Nora“ von Ibsen, „Maria Stu­art“ von Schiller oder „Torquato Tasso“ von Goethe. Nebenbei führte sie am Theater in Singen Regie und über­nahm Fernsehrollen, unter  anderem in der Serie Dr. Stephan Frank.
 
Nach Teneriffa zog es sie vor vier Jahren, weil sie sich in einen Spanier verliebt hatte, sie Spanisch lernen wollte und auf ein Engagement als Schauspiel­lehrerin in Madrid wartete. Doch der Job ín Madrid platzte und die Liebe verflog schnell. Aber sie hatte die Insel schnell schätzen gelernt.  Auch Jobs liessen nicht lange auf sich warten.
 
Es begann mit einem Engage­ment bei einem deutschen Radio­sender in La Orotava. Bald darauf begann sie Schauspielkurse in ver­schiedenen Gemeinden Teneriffas zu geben. Inszenierte sie anfangs Stücke für ein deutsches Publikum, wie beispielsweise den „Caveman“ für die Kleine Komödie Teneriffa, verlagerte sich der Schwerpunkt bald auf Auftritte in spanischer Sprache.

Die Schauspielerin bei einer Open Air- Aufführung in Garachico
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Die Schauspielerin bei einer Open Air- Aufführung in Garachico
So spielt sie in einem Theaterstück über Krimiautorin Agatha Christie, die einst in Puerto de la Cruz Ruhe suchte, die Hauptrolle. Bereits in der zweiten Saison tritt Antonia im Ensemble „Supernova“ zu­sammen mit Musikern des Sinfonieor­chesters Teneriffa auf und präsentiert einen Mix aus Klassik, Tanz, Erzählung und Pantomime.
 
Das deutsch-spa­nische Dialog-Stück „Der Anfang einer langen Reise - Humboldt auf Teneriffa“ hat sie sogar mit verfasst. Der preussische Gelehrte Alexander von Humboldt ist für sie ein weiterer Bezugspunkt zu Teneriffa. Sie liebt „das internationale Flair. Hier leben Engländer, Spanier, Franzosen, Deut­sche. Das war bereits zu Humboldts Zeiten so.
 
Auch die enge Beziehung Teneriffas zu Südamerika finde ich sehr schön.“ Hinzu kommt die Faszination des Meeres, „das Rauschen der Wellen in der Nacht, die unendliche Weite.“ Deshalb wohnt sie auch in der Ge­meinde Icod in der Nähe eines Stran­des, „denn so kann ich schwimmen gehen, wann immer ich will.“
 
Ihre Lieb­lingsort ist der Westen der Insel, die Isla Baja, wo es viel idyllisches Grün gibt, das romantische Bergdorf Masca liegt und die hohen Berge der Punta del Teno in den Himmel ragen.