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Dichterfürst wirbt für Teneriffas Rebensaft:

Weine für Shakespeare

Bankett mit Weinprobe im Weinmuseum
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Bankett mit Weinprobe im Weinmuseum
19.10.2006 - Teneriffa - William Skakespeare wirbt seit kurzem für Teneriffas Weine. Gut nicht persönlich, denn immerhin ist der britische Dichterfürst schon mehr als 432 Jahre tot. Allerdings war er zu Lebzeiten ein großer Anhänger des tinerfeñischen Rebensaftes. Der Wein der Teide-Insel hatte bis Ende des 17. Jahrhunderts Weltgeltung und wurde vor allem ins britische Königreich exportiert.

Kein Wunder also, dass das Weinmuseum Casa del Vino de la Baranda in der Nordgemeinde El Sauzal im Rahmen einer Weinprobe zum feierlichen Bankett einlud. Dabei gab eine Schauspieltruppe auch Ausschnitte des Shakespeare-Dramas Romeo und Julia zum Besten. Bestandteil der Aufführung war eine Weinprobe im Geiste des Dichterfürsten aus Stratford-upon-Avon.
 
Dabei genossen die Akteure den sanften Malvasia 2005 aus dem südlichen Anbaugebiet in Abona, den Weißwein Viña Zanata Jahrgang 2005 aus dem nordwestlichen Icoden Daute und den trockenen 2005er Weißwein Contiempo aus dem Tal rund um Güìmar. Auch der süße Humboldt-Rotwein (2001) aus dem nördlichen Anbaugebiet Tacoronte-Acentejo und  der ebenfalls süße Rotwein Arautauva aus dem selben Jahr, dessen Trauben rund um das historische Städtchen La Orotava geerntet werden, wurden verkostet.
 
Obwohl Teneriffa einst ein bedeutendes Weinanbaugebiet war, kommen erst seit etwas mehr als einem Jahrzehnt preisgekrönte Weine von der Insel. Der Vulkanausbruch im Jahre 1706, bei dem das damalige Wirtschaftszentrum Garachico von den Lavamassen verschüttet wurde, brachte die Weinwirtschaft jahrhundertelang zum Erliegen.
 
Heute existieren auf der Insel fünf "denominación" genannte  Weinbaugebiete, in denen aufgrund der sehr unterschiedlichen Boden- und Klimaverhältnisse Qualitätsweine mit sehr unterschiedlichen Geschmacksnuancen produziert werden.
 
Auf Teneriffa werden zudem Trauben geerntet, die es anderswo nicht gibt. Aufgrund der weiten Entfernung zum afrikanischen und europäischen Kontinent blieb die Insel von zahlreichen Schädlingen wie etwa der Reblaus verschont.