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Spanien und die SMS

. . . y xtra ti

© tfpelmarw
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27.10.2006 - Teneriffa - Deutschland sorgt sich um die Reinheit der deutschen Sprache, die, wie es scheint, durch Angilzismen und "simsen" verschandelt wird. Spanien ist im Bezug auf die Handy-Kürzel allerdings noch viel extremer. In vielen Fernsehsendungen werden zudem am unteren Bildrand spontan erstellte Kommentare zum Programm in der SMS-Sprache live eingeblendet.

Das Mobil-Telefon hat die Kommunikation revolutioniert. Das ist in Spanien nicht anders als in Deutschland. Besonders beliebt ist das Verschicken von SMS-Botschaften. Nach Erkenntnissen der drei großen spanischen Mobilfunkanbieter Movistar, Amena und Vodafone machen die getippten Messages derzeit zwölf Prozent des Umsatzes aus.
 
Weltweit werden alle 90 Sekunden eine Million SMS verschickt. Da es im Spanischen im Gegensatz zum Deutschen so gut wie keine zusammengesetzten Haupt-Wörter gibt, hat sich eine eigene bisher aus 160 Begriffen bestehende Kürzelsprache herausgebildet, in der Vokale und Silben häufig durch ein „x" ersetzt oder sogar ganz weggelassen werden.
 
So steht „l fin" für „el fin de semana". Auf deutsch bedeutet das „Wochenende". „Exo x ti y xtra ti" meint „Hecho por ti y para ti", auf deutsch bedeutet das ungefähr „Nur für Dich". Das gehauchte „Ich liebe Dich sehr" hingegen wird ganz unromantisch „tqm" abgekürzt, was „Te quiero mucho" bedeutet.
 
Auch das im Spanischen eigentlich nicht existente „k" taucht oft als Ersatz für „qu" auf. Auch der, aus der Pop- und Rock-Musik bekannte Buchstaben- und Zahlmix a la „4ever" („forever = para siempre") ist in die spanische SMS-Sprache eingeflossen. Inzwischen gibt es sogar die Websit „www.diccionariossms.com", auf der unbekannte Kürzel nachgeschlagen werden können