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Tanzwettbewerbe im Carnaval

„comparsa“ statt Komparsen

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"comparsa"-Tänzerin: Ganz nah
03.03.2011 - Teneriffa - Sie sind die bunten Farbtupfer auf der Leinwand des Carnavals: Die “comparsas”. Der für Deutsche leicht miss zuverstehende Begriff meint nicht etwa „Statisten“, die heissen auf Spanisch „figurantes“ . Comparsas sind bis zu hundert Mitglieder starke Tanzgruppen, die gleich bei zwei Wettbewerben die Besten ermitteln.

Blickfang des Carnavals
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Blickfang des Carnavals
Am letzten Februarwochenende fand im Messezentrum „Recinto Ferial“ in der Inselhauptstadt Santa Cruz die Ausscheidung der „comparsas“ statt, am Samstag, dem 5. März wird in Nähe der zentralen Plaza de España der Wettbewerb „ritmo y armonia“ durch geführt. 
 
Für den Tanzlaien liegt der Hauptunterschied darin, dass der letztgenannte Wettsteit im öffentlichen Raum unter freiem Himmel stattfindet und kein Eintritt kassiert wird.  
 
Zu Salsa-, Rumba- und Samba-Rhytmen gleiten die Tänzer in Reigen und Bögen, paarweise oder einzeln über die Weite der riesigen Bühne.

Poetische Tanzfiguren
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Poetische Tanzfiguren
Die Jugend meist leicht bekleidet, die Senioren in Anzügen und Kleider die entfernt an Uniformen des Kolonialzeitalters erinnern.
 
 
Furiose Schrittfolgen
 
Dabei kann es durchaus sein, dass ein Teil der Akteure die furiosen Schrittfolgen für einen oder mehrere Kostümwechsel unterbrechen muss.
 
Die Musik und der Gesang kommen nicht vom Band, sondern wird von einem Teil des Ensembles am ginteren Bühnenrand vorgetragen. 

Rasante Massenszenen
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Rasante Massenszenen
Im südamerikanisch-karibisch geprägten Karneval sind die buntkostümierten Tanzgruppen die Hauptattraktion, auf Teneriffa spielen sie nur die zweite Geige.
 
Das hat vor allen damit zu tun, dass von den Bänkelsängergruppen, den „murgas“, die meisten Anregungen zur Gestaltung des Festes ausgingen, auch dann, wenn es sich nicht um spöttische Gesänge, vorgetragen von Chören in Kompaniestärke handelte.
 
Im Prinzip funktionieren die Tanzgruppen wie Sportvereine.
 
Die Mitglieder haben sogar Trainingsjacken, auf deren Rückseite das Logo der jeweiligen „comparsa“ aufgedruckt ist. 
 
 
Frohsinn mit Regelwerk 
 
Die Tanzwettbewerbe laufen nach einem strengen Reglement haben, bei dem die Darbietungen ein Zeitlimit haben, dass nicht überschritten werden darf.

Ein Hauch von Fred Astaire
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Ein Hauch von Fred Astaire
Damit die Jury bei ihrer Bewertung auch weiss, dass das, was von den Akteuren künstlerisch gewollt, auch gekonnt umgesetzt wurde, müssen die einzelnen Unterabteilungen einer „comparsa“- Formation im Anschluss an die Darbietung die Schrittfolgen vor dem Tisch der Schiedsrichter vorführen.
 
Viele der Tanzgruppen existieren schon viele Jahrzehnte, so dass die meisten Mitglieder mit Abläufen von komplexen Choreographien viel Erfahrung haben, so dass Neulinge schnell in ein bereits bestehendes festes System imtegriert werden können.
 
Trotzdem sind Niveauunterschiede zwischen den einzelnen Formationen auszumachen. 
 
 
Szenenwechsel und Schrittfolgen 
 
Die Gruppierung „Joroperos“, die in den vergangenen Jahren alle Wettbewerbe für sich entschied, etwa besticht durch schnelle Schrittfolgen und eindruckvolle Massenszenen, die sie in Sekundenschnelle aufbauen und wieder auflösen.

La vie en rose
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La vie en rose
Bei weniger zielorientiert
trainierenden Gruppen gibt es im Ablauf durchaus Längen.
 
Natürlich sind die Mitglieder der „comparsa“ auch der Blickfang der Karnevalsimzïge in der Inselhauptstadt und im Touristenort Puerto de la Cruz.
 
Nach Ende des Karnevals führen kleinere Abteilungen der Tanzgruppen ihr Können im Rahmen der Dorf- und Stadtfeste vor.
 
Das macht Sinn. Die Kostüme der Tänzer sind in der Herstellung nicht billig und wechseln im Jahresrhythmus. 
 
Darum kann es garnicht genug Ablässe geben, bei denen sie zum Einsatz kommen.